Ausgrabung 2000

(Peter A. Miglus)

Die neue Grabungskampagne in Assur dauert vom 25.03. bis zum 9.05.2000. Sie war eine Fortsetzung des von Prof. Dr. Barthel Hrouda (Universität München) 1989-90 begonnenen Forschungsprojektes, das wegen des Golf-Krieges nicht weiter verfolgt werden konnte. Die jetzige Ausgrabung war ein gemeinsames Vorhaben des Instituts für Orientalische Archäologie und Kunst der Universität Halle, der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und der Deutschen Orient-Gesellschaft; finanziert wurde es durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft.  Die neue Ausgrabung kam dank der Unterstützung seitens des irakischen Antikendienstes zustande, wofür wir uns beim Generaldirektor Dr. Rabi‘a al-Qaisi und seinem Vorgänger Dr. Muayyad S. Damerji herzlich bedanken. Das Deutsche Archäologische Institut stellte Wohnräume in seinem Haus in Baghdad zur Verfügung.

Zum Grabungsteam gehörten folgende Mitglieder: Peter A. Miglus (als Leiter), Jürgen Bär (Universität Heidelberg), Arnuf Hausleiter (Freie Universität Berlin) und Franciszek M. Stepniowski (Universität Warschau). Als Grabungsphilologe hielt sich Stefan M. Maul (Universität Heidelberg) einige Tage in Assur auf. Im Irak haben sich außerdem Zuhair Rajab Abdallah (Universität Baghdad), Hussein Ali Hanze (irakischer Antikendienst) und Hekmet Bashir Aswad (Museum in Mosul) der Expedition angeschlossen. Der letztere repräsentierte zugleich das Department of Antiquities and Heritage. Im Feld arbeiteten vierzig Arbeiter unter der Aufsicht von vier Scherkatis.

Die mittelfristige Zielsetzung, die von Barthel Hrouda formuliert wurde, war auf eine Ergründung der ältesten Schichten der Stadt und die Veränderungen der städtischen Struktur ausgerichtet. Wir haben sie in dieser Kampagne weiter verfolgt, indem die Arbeit in den 1990 begonnenen Sondagen Abschnitt 1 („Ostabschnitt“) und Abschnitt 2 („Westabschnitt“) im Westgebiet von Assur fortgesetzt wurde. Die beiden genannten Grabungsareale wurden stark zerstört vorgefunden. An mehreren Stellen gab es Spuren von Raubgrabungen, bei denen Bestattungen ausgehoben worden sind. Nach einer intensiven Säuberung der Grabungsabschnitte und Kontrollmessungen an den erhaltenen Mauerzügen und Pflastern sind wir stellenweise tiefer gegangen, stellenweise haben wir die Schnitte erweitert, um die früher freigelegten Grundrisse besser klären zu können. Zwischen den beiden Grabungsflächen wurde jetzt eine neue - Abschnitt 3 - angelegt.

Die Ergebnisse wurden in vorläufigen Berichten publiziert:

  • S. M. Maul, Die Schriftfunde aus Assur von den Ausgrabungen der Deutschen Orient-Gesellschaft im Frühjahr 2000, MDOG 132, 65-100.
  • P. A. Miglus u. a., Assur – Frühjahrskampagne 2000, MDOG 132 (2000) 13-54.

 

 

 

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